Meerwasserentsalzung – eine Waffe im Kampf gegen die Wasserknappheit?

Meerwasserentsalzung – eine Waffe im Kampf gegen die Wasserknappheit?

Jan 04

Die Erde verfügt über große Wasserflächen, doch aufgrund des Salzgehalts liefern Meere kein Wasser zum Trinken oder Bewässern. Besonders die Bevölkerung in Afrika und im arabischen Raum leidet unter diesem Mangel. Ein kalifornisches Forschungsteam im Auftrag des Konzerns IBM möchte diesem Problem nun begegnen.

Kalifornische Forscher setzen neue Materialien zur Entsalzung ein

Schon längst wird in einigen trockenen Weltregionen mit verschiedenen Verfahren Trinkwasser aus Salzwasser gewonnen. Dies kann beispielsweise mit Hilfe von Solarenergie durch Verdampfen geschehen, eine weitere Methode heißt Membrandestillation. Eine Membran hält hierbei das Salzwasser zurück, salzloser Wasserstoff wird hingegen durchgelassen. Unter der Verantwortung von IBM soll diese Technologie nun weiterentwickelt werden. Das Problem bisheriger Verfahren besteht darin, dass Betreiber aus verschiedenen Gründen keine Wirtschaftlichkeit erreichen. Auch das Forschungsteam nutzt sogenannte Polymer-Membrane, die seit mehreren Jahrzehnten für diesen Zweck zum Einsatz kommen. Der Fortschritt wird erzielt, indem diese in Kalifornien mit Nanomaterial veredelt werden. Dadurch verlängert sich die Haltbarkeit erheblich, bisherige Modelle mussten aufgrund von Verschmutzungen in hoher Frequenz ausgetauscht werden. Auf den ersten Erfolgen ruhen sich die Forscher jedoch nicht aus: In umfangreichen Testreihen werden immer neue Materialkombinationen an die Membrane angebracht, um die bestmögliche Variante zu finden. Zum Einsatz kommen hier spezielle Pumpen, wie sie beispielsweise von KSB hergestellt werden.

Das sich verschlimmernde Problem der Wasserknappheit

Mit dem kalifornischen Standort beteiligt sich IBM an einem großen Projekt, welches von der saudi-arabischen Institution King Abdulaziz City for Science and Technology verantwortet wird. Ziel ist die wirtschaftlich attraktive Meerwasserentsalzung, was einen massiven Zuwachs solcher Anlagen zur Folge hätte. Dieser ist dringend notwendig, da die bisherigen Entsalzungsanlagen längst nicht ausreichen. Vor allem ärmere Staaten können sich diese nicht leisten. Nur mit effizienter Technologie kann die zunehmende Not gelindert werden. Ansonsten drohen existenzielle Schwierigkeiten, weil Millionen Menschen ihre Landwirtschaftsflächen nicht bewässern können und nicht einmal für sich selbst über genügend Trinkwasser verfügen. Einige Politikwissenschaftler prophezeien, dass es deswegen im Nahen Osten sowie in Afrika zu Kriegen um Süßwasserreserven kommen kann. Diese düstere Vorhersage ist ein guter Grund, die Anstrengungen weiter voranzutreiben.

Große Hoffnung in der Entsalzungstechnologie

Anlagen zur Entsalzung wurden schon gebaut, ihnen mangelt es jedoch an der Wirtschaftlichkeit. Das IBM-Forschungsteam hat sich zum Ziel gesetzt, durch den Einsatz von Nanomaterialien die Membrandestillation effizienter zu gestalten. Angesichts des großen Trinkwassermangels und der damit einhergehenden Kriegsgefahren ist ein Erfolg des Projekts zu wünschen.